Insekten als Trendfood

In vielen Ländern gehören verschiedene Insekten und Larven zum regulären Speiseplan der Menschen. Die kleinen Tiere liefern viel Energie und Proteine und sind im Gegensatz zu Fleisch viel klimaneutraler in der Produktion. Doch sind Insekten die Zukunft der Ernährung oder nur ein kurzlebiges Trendfood?

In Deutschland sind die vielbeinigen Leckerbissen bereits keine reine Delikatesse mehr, die nur in speziellen Läden oder Restaurants angeboten wird. Vielmehr finden sich Insekten als Lebensmittel bereits in unseren Supermärkten, so bietet Rewe unter anderem Insekten-Burger zum Kaufen an und teilweise finden sich auch getrocknete Insekten oder Insektenmehl im Regal. Doch woher kommt der wachsende Trend?

Insekten sind gesund und gut für unser Klima

In den Regionen Asiens, Afrikas und in Lateinamerika werden Insekten in jedem Laden und in beinahe jedem Restaurant und Essensstand angeboten, die Schätzungen der FAO (der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) zeigen, dass mittlerweile rund zwei Milliarden Menschen regelmäßig Insekten essen. Dabei werden besonders oft Grashüpfer, Grillen und Mehlwürmer verspeist, aber auch Ameisen, Bienen und verschiedene Raupen und Larven können von uns Menschen gegessen werden.

Trotz der geringen Größe der einzelnen Insekten bieten die Tiere eine unvergleichliche Quelle an Protein und Ballaststoffen und können damit unseren Fleischkonsum einschränken und sogar ganz ersetzen. Den hochgerechnet auf das Gewicht eines Schweines oder einer Kuh ist die Anzahl an Proteinen und Ballaststoffen, wie Kupfer, Eisen, Magnesium, Mangan, Phosphor, Selen und Zink deutlich höher. Ebenso ist die Produktion der Insekten wesentlich kostengünstiger und ressourcenschonender als die Produktion von Fleisch.

Insekten können auch eine wachsende Bevölkerung ernähren

Das große Problem an unserem Fleischkonsum ist die Menge an Tieren, die für den Verzehr gezüchtet werden müssen, diese verbrauchen Unmengen an Futter und produzieren schädliche Treibhausgase. Die Insekten brauchen weniger Nahrung, während der Aufzucht und auch weniger Platz. Dadurch ist die Produktion von Insekten eine lukrative und vor allem ökologische Lösung, denn auch beim Treibhausgas ist der Ausstoß bei den Insekten deutlich geringer als bei unseren üblichen Nutztieren, wie Schweine und Kühe. Während wir nicht unbegrenzt weiter Wachsen und gleichzeitig Fleisch essen können, gibt es dieses Problem bei der Ernährung mit Insekten nicht.

Die wachsende Bevölkerung könnte, ohne Hungersnöte von Insekten, statt Fleisch leben und würde dennoch unseren Planeten schonen. Obwohl die Insekten auch in Deutschland auf dem Vormarsch sind, ist noch fraglich, ob sich der Trend bei uns durchsetzen wird. Denn in Deutschland gelten Krabbeltiere als unrein und werden nur als Schädlinge angesehen. Deshalb ist die anerzogene Hemmschwelle diese zu essen sehr hoch. Die Industrie hat das Problem mit dem angelernten Ekel vor den Insekten-Produkten früh erkannt und hofft nun, mit Produkten, die nicht nach Insekten aussehen, punkten zu können. Hierbei stehen vor allem Fertig-Produkte im Fokus, wie die fertigen Burgerpatties oder Pralinen mit Insekten. Diese Angebote werden von den Kunden auch gut angenommen und viele Nutzer berichten davon, dass der Geschmack bei Grillen sehr an Hühnchen erinnert und das Mehlwürmer nach Nüssen schmecken sollen.

Die Nachteile von Insekten

Natürlich besitzen die Insekten als neues Trendfood nicht nur positive Eigenschaften. Damit Insekten für den Menschlichen Verzehr geeignet sind, müssen die Produktionsbedingungen stimmen. Gerade wenn die Nachfrage nach den Insekten steigt, wird es zu einer Massenproduktion kommen, die natürlich auch Probleme mit sich bringt. Wie bei der Massentierhaltung von Schweinen und Kühen können bei der Haltung von vielen Tieren auf engem Raum gesundheitliche Probleme auftreten.

Bei den Nutztieren wie Schweine und Kühe sind es vor allem Bakterien im Stall, die für einen hohen Einsatz von Antibiotika verantwortlich sind. Bei den Insekten gibt es einen natürlichen Schutz vor Bakterien, weshalb diese wenigstens kein Antibiotikum brauchen aber die Insekten sind anfällig für Parasiten-Befall. Dieser schadet nicht nur den Tieren selbst, sondern kann auch für den Menschen zum Risiko werden. Dennoch ist die großangelegte Zucht der Tiere nicht unmöglich. Es muss jedoch strengsten nach den Hygiene Ordnungen gehandelt werden und die Insekten brauchen ausreichend Platz, um sich trotz der Massenzucht artgerecht bewegen und selbständig putzen zu können.

Die Zucht von Insekten obliegt den Lebensmittel-Standards und wird aktuell stark erforscht, um die Effizienz der Zuchtanlagen zu erhöhen.

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